23.08.16

Du immer mit deinem Kommunismus

In Diskussionen über gesellschaftliche Themen sind die politischen Lager schnell eingeteilt. Die anderen™ sind die, die Recht haben und dann bin da noch ich. Die Naive, an irgendwas Besseres Glaubende. Etwas, das von vornherein so absurd ist, dass kein logisches Argument es je belegen könnte.
Und damit ist jede Diskussion meist schon im Keim erstickt, nämlich mit Belächeln und Abtun, denn das kann die Demokratie™ wirklich großartig.

Die Gegenfrage, was das bestehende System denn so zu bieten hat, stellt sich mir dabei jedes Mal. Ausgeknockt wird sie natürlich direkt: Grundsätzlich kann die Gesellschaft, in der wir uns bewegen, doch nicht falsch sein, denn sie funktioniert doch. Irgendwie. Und wir sind doch frei und können alles schaffen. Eigentlich.
Irgendwem geht es schließlich auch gut und anderen geht es sowieso viel schlechter und wir könnten doch zufrieden sein mit dem, was wir haben. Bloß nicht so undankbar sein fürs Vollzeithackeln, während dann doch nicht mehr als die bezahlte Miete und andere Lebenskosten dabei rumkommen, aber hey, es kann halt nicht jede*r jeden Tag essen, was ihm*r schmeckt. Wo kämen wir da nur hin.

Wie soll man beweisen, dass das Bestehende beschissen ist und dass es besser geht, wenn es das, was du dir vorstellst, noch nie gab?
Warum muss ich einen 100-prozentig laufenden Masterplan vorstellen, wenn wir uns in einer Gesellschaft befinden, die eben auch nicht tadellos läuft?
Wie soll ich versprechen, dass das, was ich mir vorstelle, alles für alle verbessert, wenn die Idee allein schon nur auf Entsetzen trifft?
Wieso muss es alles schon mal gegeben haben, um zu funktionieren?
Warum können wir nicht darüber reden, dass es uns schlecht geht statt uns gegenseitig vorzumachen, dass alles kein Problem ist, während wir von Monat zu Monat strugglen?
Wieso muss da immer diese Obrigkeit sein, die alles abnickt, bevor wir einfach mal was versuchen?

Ihr immer mit eurer abgestumpften Demokratie…